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Deutsch-Französische Freundschaft seit 1974

Die Städtepartnerschaft und die Französische Woche in Weilheim.

Die Entstehung der Städtepartnerschaft geht auf das Jahr 1965 zurück, als eine Pfadfindergruppe aus der französischen Stadt Narbonne im Landkreis Weilheim zeltete und vom Hochwasser überrascht wurden. Die Stadt Weilheim nahm sich damals den Jugendlichen an. Daraus entstanden Kontakte zwischen den Städten Narbonne und Weilheim, die zu einer bis zum heutigen Tag sehr intensiven Städtepartnerschaft führten. Das gegenseitige politische Interesse mündete (im Jahr 1971 in Narbonne und 1974 in Weilheim) in die offizielle Unterzeichnung der Städtepartnerschaftsurkunde.

Die enge Städtepartnerschaft zwischen Weilheim und Narbonne war auch ausschlaggebend für die Einführung der Französischen Woche in Weilheim im Jahr 1988. Etwa 5.000 bis 8.000 Gäste waren damals gekommen, um das völlig neue Fest voller Neugierde zu begutachten. Etwas Derartiges hat es im oberbayerischen Pfaffenwinkel noch nicht gegeben: Mitten in Bayern ein rein Französisch angehauchtes „Event“ zu feiern, bei dem es bewusst nicht um bayerische Traditionen und Kostbarkeiten geht. Stattdessen stand die Freundschaft mit Narbonne im Mittelpunkt.

Der Gewerbeverband Weilheim war maßgeblich daran beteiligt, die Veranstaltung `Französische Woche` ins Leben zu rufen und zum Erfolg zu führen. Er hat sich um die Gastronomie und die Einbindung der Unternehmen gekümmert und hat 30 Jahre lang hauptverantwortlich die Organisation der Veranstaltung übernommen. Der Gewerbeverband ist deswegen auch heute noch der ideelle Partner der Französischen Woche. Mittlerweile ist die Stadt Weilheim offizieller Veranstalter des 4-tägigen Festes, in Kooperation mit der Weilheimer Wirte GbR.

Ein wichtiger Bestandteil der Französischen Woche sind die Händler aus Narbonne, die regionale Waren wie Olivenöl, Schafskäse, Honig, Wein, Duftseifen und viele andere südfranzösische Köstlichkeiten im Gepäck haben. Narbonner sowie Weilheimer Gastronomen bieten französische Küche an, es gibt französische Musik, präsentiert von heimischen Gruppen sowie von Narbonner Chansonniers oder Bands. Jedes Jahr bekommt auch ein Narbonner Künstler die Möglichkeit einer Kunstausstellung im Weilheimer Stadtmuseum.

Die „Französische Woche“ (La Semaine française), findet jährlich am ersten Juliwochenende von Donnerstagabend bis Sonntagnacht in der Weilheimer Fußgängerzone statt. Auch Narbonne hält stellvertretend für den Kulturaustausch beider Städte alle zwei Jahre im August eine Bayerische Woche mit Weilheimern Gastronomen, der Stadtkapelle und dem Heimat- und Trachtenverein (Semaine Bavaroise) ab.

Bei der Eröffnung der Französischen Woche wird eine Delegation aus Narbonne offiziell begrüßt. Eine Weilheimer Delegation, die stets bei der „Bayerischen Woche“ in Narbonne zu Besuch ist, wird ähnlich freundlich aufgenommen und unterhalten. Die Gastfreundschaft hat in beiden Städten einen besonderen Stellenwert.

Diese intensive Freundschaftspflege beider Städte findet auch über die „Französische Woche“ hinaus durch unterschiedliche Gruppierungen statt: durch den regen Austausch z.B. zwischen Sportvereinen, Künstlern, Chören, Schulklassen und Musikgruppen.

Semaine Bavaroise - Bayerische Woche Narbonne

(Bericht Bayerische Woche 2011 im Weilheimer Tagblatt v. 06.08.2011, Text: Stephanie Wolf)

Weilheim/Narbonne Bier statt Wein, Blasmusik statt Chansons und Brezen statt Bageuette: In Narbonne war vom 28. bis 31. Juli wieder  "Bayerische Woche". Fast 70 Weilheimer brachten ein Stück Bayern direkt auf den Rathausplaz.

Als Vertreter der Stadt reisten heurer Bürgermeister Markus Loth und die beiden Stadträte Petra Regauer und Wolfgang Mini mit. Drei Wirtsfamilien kochten und verkauften bayerische Schmankerl, 20 Trachtler zeigten bayerische Tänze und 20 Musiker der Stadtkapelle spielten zünftig auf.

"Es war heuer eine sehr harmonische Truppe, und es waren besonders viele junge Leute dabei, die das erste Mal in Narbonne waren", erzählt Bürgermeister Markus Loth. Und das, obwohl sich die schulpflichtigen Mitfahrer drei Tage von der Schule befreien lassen mussten - denn weil am gewohnten Termin Ende August schon ein anderes Festival in Narbonne steigt, war die Bayerische Woche vorverlegt worden. Von den Trachtlern waren laut Xaviar Kastl junior trotzdem rund zwei Drittel jugendliche: "Es ist wichtig, dass die junge Generation die Städtepartnerschaft kennenlernt, um sie weiterzutragen."

Die Jugend lernte zum Beispiel kennen, dass Kommunikation auch mit Händen und Füßen klapt, dass die Franzosen ganz wild auf Brezen und Sauerkraut sind - und Deutsche und Franzosen ein anderes Temperaturempfinden haben: "Für die Franzosen war das Wetter durchwachsen, für uns war es dagegen wunderbar warm", berichtet Hans Stibich, Leiter des Veranstaltungsbüros, der ebenfals dabei war.

In Narbonne präsentierten die Weilheimer den Franzosen an vier Nachmittagen und Abenden alles, was zur bayerischen Lebensart dazugehötrt. Der Tachtenverein zeigte Schuhplattler, Großlschnalzen, Sterntanz und Holzhacker-Tanz. Dazu spielten die Musiker der Stadtkapelle auf unter anderem bei einem vielbeklatschtem Festzug vom Rathausplatz zur Markthalle.

Drei Wirtsfamilien verkauften an ihren Ständen am Rathausplatz Dachsbräu-Bier und bayerische Spezialitäten: Die Familie Kuchler, Jobst und Drechsel. Unter anderem gab es Surhaxen, Leberkäse, Krapfen, Auszogene und natürlich Brezen, "auf Brezen sind die Franzosen ganz narrisch", so Stibich - genauso wie auf Sauerkraut in allen Variationen.

Bis 23 Uhr wurde während der Bayerischen Woche auf dem Narbonner Rathausplatz getanzt, getrunken, gegessen und gemütlich zusammengesessen - danach traf man sich laut  Xaviar Kastl in der Regel noch in einem der Lokale am Kanal, um den Tag bei einem "Pastis" ausklingen zu lassen.

An den Vormittagen entdeckten die Weilheimer die Gassen und Cafés der Stadt und genossen das Flair Narbonnes. "Die jungen haben dagegen die freien Stunden genutzt , um an den nahen Strand zu fahren", berichtet Kastl.

Die offizielle Delegation der Stadt führte mit den Narbonner Vertretern Gespräche zur Städtepartnerschaft. "Wir haben besprochen wie wir den Schüler- und Praktikantenaustausch optimal gestalten können", so Loth: So wäre es hilfreich, wenn von französischer Seite ein Ansprechpartner zur Verfügung stünde, der fließent Deutsch spricht.

Besonderes freute die Teilnehmer, dass heuer wieder so viele Stammgäste da waren. "Es gibt viele, die jedes Mal kommen und sich freuen, das wir da sind", so Kastl. Die Weilheimer wiederum freuten sich, dass die Narbonner Tageszeitung ihren Besuch mit mehreren Artikel würdigte.

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